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ENKO – Das Konzept zur verbesserten Integration von Grünstrom ins Netz

Eckdaten

Name des Projekts
ENKO – Das Konzept zur verbesserten Integration von Grünstrom ins Netz
Projektkategorie
Netze
Förderzeitraum
01.12.2016 – 30.11.2020
Zuwendungsgeber
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi.IIIC4)

Kontaktdaten

Herr Jan Gratenau

HanseWerk AG
Schleswag-HeinGas-Platz 1
25450 Quickborn

Mit ENKO möchten Schleswig-Holstein Netz AG und ARGE Netz GmbH & Co. KG die Möglichkeit schaffen, lokale Erneuerbare Energien effizienter ins Stromnetz zu integrieren und vor Ort besser nutzbar zu machen. SH Netz und ARGE Netz entwickeln „ENKO“ – Das Konzept zur verbesserten Integration von Grünstrom ins Netz – gemeinsam im Rahmen des Forschungsprojektes NEW 4.0.

Eine Transformation der Stromnetze zu einer intelligenten und modernen Infrastruktur wird allein nicht ausreichen, um die Energiewende effizient zu gestalten. Das heutige Einspeisemanagement und die damit verbundenen Kosten unterstreichen die Notwendigkeit für neue Ansätze, um mit Hilfe von marktwirtschaftlichen Mechanismen Netzengpässe effizient vermeiden zu können. Durch das ENKO-Konzept schaffen wir von der Schleswig-Holstein Netz AG einen solchen neuen marktwirtschaftlichen Ansatz. Unser ENKO-Konzept versetzt lokale, sektorenübergreifende Flexibilitäten in die Lage erneuerbaren Strom zu nutzen und so Netzengpässe zu verringern.

Jan Gratenau

Im Fokus

  • Netzengpässe
  • Grünstrom
  • Einspeisemanagement
  • Netzbetreiber
  • Netzengpassmanagement
  • Windstrom
  • Netzampel
  • Flexibilitätsmarkt
  • Flexible Lasten
Problemanalyse

Bei hoher Grünstrom-Einspeisung kann es zu einer Überlastung der Stromnetze kommen. Netzbetreiber sind dann zum Schutz ihrer Anlagen gezwungen, Windräder oder Photovoltaikanlagen abzuschalten (siehe www.netzampel.energy). Das ist nicht nur kostenintensiv, es hemmt auch den Klimaschutz.

Ziel(e) des Teilprojekts

Die digitale Flexibilitätsplattform ENKO wurde entwickelt und hat sich in mehreren Feldtests unter realen Bedingungen bewährt. Die Plattform ermöglicht es, mehr Grünstrom in der Modellregion zu nutzen und gleichzeitig das Stromnetz zu entlasten.

Motivation und angestrebter Nutzen

Stromerzeugung und -nachfrage werden besser aufeinander abgestimmt. Das vermeidet die Abregelung von Windkraftanlagen, verringert Netzengpässe, verbessert die CO2-Bilanz und reduziert die Kosten des Engpassmanagements.

Aktivitäten

Das Projekt umfasst die gesamte Entwicklung der digitalen Flexibilitätsplattform namens "ENKO- ENergie intelligent KOordinieren", auf der Anlagenbetreiber ihre flexiblen Lasten Netzbetreibern anbieten können. Zusätzlich wurden für die Prognose der Flexibilitätsbedarfe durch den Netzbetreiber innovative Algorithmen entwickelt und im Live-Betrieb kontinuierlich verbessert.

Ressourcen

Ausführende Partner sind die ARGE Netz GmbH & Co. KG und die Schleswig-Holstein Netz AG. Auf der ENKO-Plattform selber bietet ein Großteil der Demonstratoren von NEW 4.0 seine Flexibilität an.

Erkenntnisse

Kernererkenntnisse

Die ENKO-Plattform hat die komplette Bereitstellung netzdienlicher Flexibilitäten ermöglicht und real nachgewiesen. Es wurde damit aufgezeigt, wie CO2-frei erzeugter Grünstrom vor Ort flexibel genutzt werden kann und somit Stillstandszeiten für Windräder reduziert werden.

Ergebnisse zum Anfassen

Im Feldtest konnten die Anlagen innerhalb von vier Tagen ca. 500.000 kWh Flexibilität bereitstellen. Eine Energiemenge mit der, aufs Jahr hochgerechnet, etwa 10.000 Haushalte versorgt werden können. Die ENKO-Plattform kann also nachweislich dazu beitragen, dass CO2-frei erzeugter „Windstrom“ vor Ort flexibel genutzt und somit Stillstandszeiten für Windräder reduziert werden können, wenn die Netze an ihre Belastungsgrenze stoßen. Schon über 2.000 Zuschläge hat es 2020 gegeben.

Herausforderungen oder Hindernisse

Trotz des Machbarkeitsnachweises bleibt zu bedenken, dass ENKO zwar lokal erzeugten klimafreundlichen Strom verfügbar macht, um aus dem Projektbetrieb in den Regelbetrieb zu kommen, wird jedoch eine Anpassung des Rechtsrahmens benötigt.

Verwertung

Die ENKO-Plattform ist skalierbar und deutschlandweit einsetzbar. Die aktuell genutzte Experimentierklausel läuft aber mit dem Projektende von NEW 4.0 aus. Ohne den erforderlichen Rechtsrahmen fehlt bei einer Überführung in den Regelbetrieb der wirtschaftliche Anreiz zur dauerhaften Nutzung von Flexibilität.

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