Zielsprint in die Zukunft

von EEHH Gastautor, 
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Energiewendeprojekt NEW 4.0 präsentiert Zwischenergebnisse

Das länderübergreifende Projekt NEW 4.0 –NorddeutscheWendeläutet die Ergebnisphase ein: Beim diesjährigen Konsortialtreffen im Ehemaligen Hamburger Hauptzollamt wurden die Erkenntnissevorgestellt, die sich aus dembisherigen Projektverlauf ziehen lassen. Im Mittelpunkt stehtdabei die Auswertung des im Novemberdurchgeführten Feldtests, bei dem verschiedene Anlagen und Marktplattformen erstmals simultan erprobt wurden. Das länderübergreifende Projekt NEW 4.0 –NorddeutscheWendeläutet die Ergebnisphase ein: Beim diesjährigen Konsortialtreffen im Ehemaligen Hamburger Hauptzollamt wurden die Erkenntnissevorgestellt, die sich aus dembisherigen Projektverlauf ziehen lassen. Im Mittelpunkt stehtdabei die Auswertung des im Novemberdurchgeführten Feldtests, bei dem verschiedene Anlagen und Marktplattformen erstmals simultan erprobt wurden.

Foto: Konsortialtreffen_Mitglieder der Projektsteuerungsgruppe und Vertreter der Landespolitik_(c) Daniel Reinhardt_NEW 4.0

„Es ist nun genau drei Jahre her, seit die Norddeutsche EnergieWende an den Start ging“, resümiert Prof. Dr. Werner Beba, NEW 4.0-Projektkoordinator und Leiter des Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der HAW Hamburg.

Drei Jahre, in denen Schleswig-Holstein und Hamburg dem Klimaschutz gemeinsam den Weg bereitet haben –durch ein starkes Netzwerk engagierter Akteure verschiedenster Branchen, durch zukunftsweisende technologische Innovationen und durch eine gezielte Einbindung der Öffentlichkeit, um eine möglichst breite Akzeptanz für die Energiewende zu schaffen.

Prof. Dr. Werner Beba

Über 80 Einzelprojekte werden im Rahmen von NEW 4.0 umgesetzt, um zu erproben, welche Bausteine es für ein stabiles, nachhaltiges und bezahlbares Energiesystem der Zukunft braucht, das ohne fossile Energieträger auskommt. Am 19. Dezember 2019 kamen nun die Geschäftsführer*innen und Projektleiter*innender 60 beteiligten NEW 4.0-Partnerzusammen.

Zugegen waren auch Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann, Anselm Sprandel, Amtsleiter für Energie und Klima bei der Hamburger Umweltbehörde (in Vertretung für Umweltsenator Jens Kerstan), Schleswig-Holsteins Um-weltminister Jan Philipp Albrecht und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz. Das Projekt erfährt seit seinem Beginn große landespolitische Unterstützung.

Feldtest: Inwieweit können erneuerbare Anlagen die Aufgaben von konventionellen Kraftwerken übernehmen?

Gemeinsam wurde erörtert, welche Impulse das Projekt für die Energiewende im Norden setzt: Mit einem ersten großen Feldtest Ende November belegte NEW 4.0, dass eine verlässliche Stromversorgung auch bei hohen Anteilen erneuerbar erzeugten Stroms im Netz möglich ist. Ziel wares aufzuzeigen, wie die im Projekt entwickelten Lösungen die Systemaufgaben konventioneller Kraftwerke übernehmen können und das Energiesystem trotzdem stabil bleibt.

Von den Industriepartnern des Projekts wurden verschiedene Ansätze und Technologien zur Lastverlagerung erprobt, um den Energieverbrauch besser an die schwankende Erzeugungsleistung erneuerbarer Energienanzupassen und die Stromnetze im Bedarfsfall zu entlasten. Zugleich leistet die Industrie in NEW 4.0 mit dem Einsatz von erneuerbarem Strom statt fossiler Brennstoffe einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung.

NEW 4.0 erprobt die Wirkung von Speichersystemen und Technologien zur Sektorenkopplung auf die Netzstabilität. So können Netzengpässe und teure Abregelungen von Windenergieanlagen vermieden werden. Eine Schlüsselrolle kommt dabei Wasserstoff zu, der aus überschüssigem Windstrom erzeugt wird. Um die marktwirtschaftlichen Grundlagen für die Energiewende zu schaffen, sind in NEW 4.0 zwei Marktplattformen entwickelt worden: Die Flexibilitätsplattform ENKO bringt die Angebote lokaler Verbraucher mit den Bedarfen der Netzbetreiber zusammen, um die Netze zu entlasten. Die EnergiePlattform auf Blockchain-Basis bietet die Möglichkeit eines schnellen regionalen Intradayhandels mit erneuerbar erzeugtem Strom.

Fachkräfte für die Energiewende

Damit dem erwarteten Fachkräftemangel in der Energiebranche sinnvoll entgegengewirkt werden kann, wurde die NEW 4.0-Akademie ins Leben gerufen. Im Februar nächsten Jahres starten die ersten Kurse als berufsbegleitende Weiterbildungen gerade auch für Quereinsteiger.

„Mit NEW 4.0 werdenwertvolle Grundsteine gelegt, die den Klimaschutz weit voranbringen. Das lohnt sich für die Region: Schleswig-Holstein und Hamburg werden mit NEW 4.0 zu einer Blaupause für die Machbarkeit der Energiewende“, betont Projektkoordinator Beba. Die Ergebnisse,die durch NEW 4.0 in Norddeutschland generiert werden, liefern damit wesentliche Erkenntnisse für die bundesweite Ener-gie-und Klimapolitik.

Über NEW 4.0

Unter dem Titel NEW 4.0 –Norddeutsche EnergieWende 4.0 hat sich in Hamburg und Schleswig-Holstein eine einzigartige Projektinitiative aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gebildet, die in einem länderübergreifenden Großprojekt eine nachhaltige Energieversorgung realisieren und zugleich die Zukunftsfähigkeitder Region stärken will. Rund 60 Partner bilden eine wirkungsvolle „Innovationsallianz" für das Jahrhundertprojekt Energiewende mit gebündeltem Know-how, unterstützt von den Landesregierungen beider Bundesländer. Gemeinsam legen sie den Entwicklungspfad zu dem Ziel, die Gesamtregion bis 2035 zu 100 Prozent mit regenerativem Strom zu versorgen –versorgungssicher, kostengünstig, gesellschaftlich akzeptiert und mit wesentlichen CO2-Einsparungen. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie –Digitale Agenda für die Energiewende“ mit rund 45 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Weitere 60-80 Millionen Euro investieren die beteiligten Unternehmen.www.new4-0.de

Pressekontakt

Dr. Sandra Annika Meyer, Tel. 040.428 75-5828, sandraannika.meyer@haw-hamburg.de

Über die Autorin

Profilbild zu: Sandra Annika Meyer

Sandra Annika Meyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am CC4E der HAW Hamburg und zuständig für das NEW 4.0-Teilprojekt „Akzeptanzförderung“. Im Fokus steht hier die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtprojekt – und die Planung einer NEW 4.0-Roadshow, die der norddeutschen Bevölkerung den Weg zum Energiesystem der Zukunft verständlich und unterhaltsam näherbringen soll.

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