Produktionshalle von Trimet Aluminium SE in Hamburg

Verbessertes Lastmanagement in Unternehmen

von Astrid Dose, 
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Interview mit Christian Erkes, Trimet Aluminium SE

Studie zur Flexindustrie: Das EEHH-Clusters spricht mit Praxis-Akteuren zu den Ergebnissen der Studie und Herausforderung im Betrieb. Christian Erkes, Trimet Aluminium SE, gibt Antworten zu den Potenzialen von Lastmanagement bei einem Aluminium-Hersteller.

Produktionshalle von Trimet Aluminium SE in Hamburg
Produktionshalle von Trimet Aluminium SE in Hamburg

EEHH: Die Studie belegt, dass die allergrößten energieverbrauchenden Unternehmen sich gut mit dem Thema Lastmanagement  auskennen. Vielen anderen Unternehmen fehlen aber die Kenntnisse oder die Ressourcen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Wie denken Sie, könnten Unternehmen das Thema in ihren Betrieben besser platzieren und Mitarbeiter stärker darauf aufmerksam machen? 

Christian Erkes: "Trimet beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Lastmanagement, insbesondere in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern. Das Thema Lastflexibilität wird von Unternehmen überall dort angenommen, wo es heute schon finanzielle Anreize gibt (§19 Abs. 2 A-typische Netznutzung / Sekundär und Minutenreserve /  Abschaltbare Lasten). Technische Fähigkeiten sind offensichtlich bei den Unternehmen vorhanden."

EEHH: In welchen Abteilungen ist das Thema Lastmanagement innerhalb von Trimet angesiedelt? 

Christian Erkes: "In der Abteilung Energiewirtschaft in Zusammenarbeit mit den Produktionsbereichen für die Elektrolyse."

EEHH: Welche Geschäftsmodelle könnten aus dem Thema Lastmanagement entstehen? 

Christian Erkes: "Die aktuellen Geschäftsmodelle beziehen sich ausschließlich auf ein reduziertes Netzendgeld und betreffen den Zeitraum von null bis 60 Minuten.  Zukünftige Geschäftsmodelle für Lastmanagement sehen wir im Bereich größer als 60 Minuten (virtuelle Speicher).  Ein weiteres Geschäftsmodell für Lastflexibilität sehen wir im Zusammenhang mit Windenergieanlagen, die keine EEG-Förderung mehr erhalten."

EEHH: Was verbirgt sich hinter dem Thema Power-to-Aluminium? 

Christian Erkes: "Mit Hilfe von steuerbaren Wärmetauschern möchten wir den flexiblen Betrieb einer Elektrolyse ermöglichen. Ein temporäres Überangebot von Strom transformieren wir in eine kurzfristige Produktionssteigerung; bei Stromknappheit können wir unsere Produktion zeitweise reduzieren. Das produzierte Aluminium wird so zum virtuellen Stromspeicher."

EEHH: Gibt es bereits Zwischenergebnisse des Projektes, die Sie kommunizieren können? 

Christian Erkes: "Eine rechnergestütze Simulation hat unsere Überlegungen bestätigt. Die Umsetzung in einer Testsektion mit zehn Öfen wird im Laufe des Jahres 2019 erfolgen. Wir sind zuversichtlich, hiermit ein Potenzial für einen Speicher im GWh-Bereich aufzeigen zu können."

Vielen Dank für das interessante Interview!

Möchten Sie mehr über Lastmanagement erfahren?
Lesen Sie unsere aktuelle EEHH-Studie zu diesem Thema:

https://www.erneuerbare-energien-hamburg.de/de/service/downloads.html

Über die Autorin

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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