Smart Meter-Datenauswertung: Nutzungsoptionen für das Energiemanagement

von Janina Grimm, 
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Um der Herausforderung des Einbaus von 1,1 Millionen intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen in Hamburg zu begegnen, sind spezialisierte Fachkräfte gefragt. Deshalb bietet das Verbundprojekt NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende unter Federführung von Herrn Dr. Hünemörder, Projektleiter der NEW 4.0-Akademie, einen Kurs zum Thema „Smart Meter-Datenauswertung“ an. Mehr dazu, hier im Interview. 

Aktivierung der digitalen Zähler durch Lichtimpuls. Quelle: NEW Akademie 4.0

Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugen im Gegensatz zu fossil betriebenen Kraftwerken nicht immer konstant die gleiche Menge Strom. Damit der Strom dort ankommt, wo er benötigt wird, ist eine sichere und zuverlässige Kommunikation zwischen Energieverbrauchern und -erzeugern essentiell. Mit sogenannten Smart Metern soll dies zukünftig in ganz Deutschland auch für normale Haushalte ermöglicht und damit die Digitalisierung der Energiewende unterstützt werden. Herr Dr. Hünemörder, Sie bieten einen Workshop zur Smart Meter-Datenauswertung an.

Warum ist es erforderlich und wichtig, diesen Kurs anzubieten? Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, das den Rollout von intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen in Deutschland vorsieht, ist schließlich bereits Anfang 2017 in Kraft getreten. Bestehen etwa drei Jahre nach dem Inkrafttreten noch eklatante Wissenslücken?

Der Roll out digitaler Zähler wird von den regional zuständigen Netzbetreibern massiv vorangetrieben. Zehntausende von Ferrariszählern wurden schon durch digitale Zähler ersetzt. Nachdem mit Verzögerung jetzt auch Intelligente Messsysteme vom Bundesamt zugelassen wurden, ist auch für die Verbraucher mit über 6.000 KWh/Jahr eine Installationswelle gestartet. Der reine Austausch ist aber nicht entscheidend, sondern die Nutzung der dezentralen Chancen, die mit Anbindung der digitalen Schnittstellen verbunden sind. Mit der neuen Transparenz kann der Stromverbrauch besser gesteuert werden.

Wer hat am Piloten und den nachfolgenden Schulungen teilgenommen und was genau haben sie gelernt?

Dieses Modul führen wir seit letztem Jahr gemeinsam mit der Hamburger Elektroinnung mit allen angehenden Meister*innen im Elektrohandwerk durch. Über das neue integrierte Modul lernen die Elektrohandwerker im ELBCAMPUS Echtzeitverbrauchsdaten über die optische Schnittstelle der digitalen Zähler auszulesen und das Nutzerverhalten detailgenau zu interpretieren. Als kompetenter Praxispartner hat uns Stromnetz Hamburg dafür eine exzellente Schulungsapparatur aus Zählern und einem lokalen WLAN-Netz gebaut.     

Kann an diesem Workshop grundsätzlich jede/r teilnehmen, oder bestehen gewisse Teilnahmebedingungen? Wann findet der Kurs statt und ist es noch möglich, sich einzuschreiben?

Zurzeit ist der Kurs nur offen für die Teilnehmer der umfangreichen Meistervorbereitung. Wir sind aber mit der Elektroinnung im Gespräch, das Modul auch als sechsstündigen Kurs separat anzubieten. Interessenten können sich per Mail unter zewu@elbcampus.de vormerken lassen. Zur kompletten Meistervorbereitung geht es über diesen Link.

 

Über die Autorin

Profilbild zu: Janina Grimm

Seit September 2019 unterstütze ich als studentische Hilfskraft das gesamte Team des Clusters für Erneuerbare Energien Hamburg bei der Entwicklung, Umsetzung und Nachbereitung vielfältiger Fachveranstaltungen. Parallel studiere ich meinen Master in Energy Policy. Diese Kombination aus Praxis und Theorie birgt viele tolle Chancen, meine Kenntnisse im Bereich der Erneuerbaren-Energien-Branche und nachhaltiger Energiepolitik zu vertiefen. (Janina Grimm)

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