Nordlichter machen Energiewende - Interview mit Lasse Süthoff

von Janina Grimm, 
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Hinter jedem ambitionierten Projekt stecken viele erfahrene Menschen. Jeder einzelne von ihnen trägt mit beruflicher Vorerfahrung, Expertise und persönlichen Stärken zum Gelingen bei. Beim SINTEG-Schaufenster „Norddeutsche EnergieWende 4.0“ arbeitet ein Verbund von rund 60 Partnern aus Industrie, Wissenschaft und Politik zusammen.

 

Nach mehr als drei Jahren Projektarbeit und vielen erfolgreich bestrittenen Meilensteinen wird es Zeit, sich seinen Macher*innen zu widmen. Daher haben wir Lasse Süthoff zu einem Interview eingeladen. Der studierte Energietechniker ist für das Projektmanagement und die Ergebniszusammenführung von NEW 4.0 zuständig.

Rechte: Lasse Süthoff, HAW

Lasse, wie bist du zu den erneuerbaren Energien und zu NEW 4.0 gekommen?

Die Philosophie der Nachhaltigkeit hat in meinem Leben immer schon eine große Rolle gespielt. Dementsprechend habe ich mich schon in meinem Studium orientiert. Nachdem ich Umweltingenieurswissenschaften an der RWTH Aachen und Regenerative Energiesysteme an der TU Berlin studiert habe, wurde ich auf NEW 4.0 während meiner Masterarbeit in Hamburg aufmerksam. Mir gefiel der gesamtsystemische Ansatz der Energiewende gebündelt in einem Projekt – 360 Grad Innovationsallianz – und daher habe ich mich beworben. Jetzt besetze ich die Stelle „Projektmanagement und Ergebniszusammenführung von NEW 4.0“ an der HAW-Hamburg seit Juli 2018.

Was ist das Ziel deiner Arbeit?

Meine beiden Aufgabenbereiche - Ergebniszusammenführung und Projektmanagement - sind eng miteinander gekoppelt. Grundlegend verfolge ich permanent die Aktivität aller Partner. Ich führe also Projektcontrolling durch, schaue inwieweit sich die Partner in ihren Teilprojekten entwickeln und wie weit diese mit der Erfüllung ihrer Meilensteine voranschreiten. Darüber hinaus behalte ich stets im Auge ob Gesamtprojektziele in irgendeiner Weise gefährdet sein könnten und was bis Ende des Förderzeitraumes noch abzuliefern ist.

Momentan konzentriert sich meine Arbeit auf das Abschlussberichtswesen, weil sich NEW 4.0 dem Ende neigt. Dabei beschäftigt mich im Wesentlichen die Frage „Wie bekommen wir es hin, das Projekt in seiner gesamten Komplexität und Vielfalt darzustellen und gleichzeitig seine zentralen Ergebnisse und daraus möglichen Handlungsempfehlungen gebündelt aufs Papier zu bringen?“ Neben der Erarbeitung eines ausführlichen Gesamtabschlussberichts für NEW 4.0, arbeiten wir deswegen auch an der internen NEW 4.0 - Ergebnissynthese. Der Ergebnissynthese-Bericht stellt die Kernergebnisse des Projektes auf ca. 30 bis 40 Seiten dar. Mit diesem Dokument möchten wir entsprechende Entscheidungsträger*innen in der Politik und Wirtschaft erreichen, sowie weitere interessierte Medien und Multiplikatoren bespielen können.

Was gefällt Dir besonders an dem Projekt NEW 4.0 und deiner Stelle?

Als Teil der Ergebniszusammenführung erhalte ich einen sehr guten Einblick in alle Arbeitspakete und somit in alle wichtigen Aspekte der Energiewende, weil ich mit so vielen unterschiedlichen Projektpartnern in stetigem Austausch stehe. Es ergibt sich ein schöner Rundumblick über Projektstruktur und Arbeitspakete. Die Vielfalt der Betrachtungswinkel ist unheimlich komplex: es handelt sich ja um das Zusammenspiel der technischen, der ökonomischen, der rechtlich-politischen und der gesellschaftlichen Aspekte. Auch ermöglicht mir das Projekt, mich inhaltlich weiterzubilden. Aufgrund der Komplexität des Projekts bleibt es immer spannend. Besonders Spaß macht mir das konzeptionelle Denken, Pläne kreieren und Strategien zu entwerfen.

Das NEW 4.0 Projekt ist fast am Ende seiner Laufzeit. Welches Fazit ziehst Du?

Wir haben sehr viel erreicht und sind auch auf einem guten Weg, die geplanten Ziele zu erreichen. Dabei war der Weg nicht immer leicht, aber die Projektpartner haben einen langen Atem. Einige Projekte mussten tatsächlich abgebrochen werden. Wir geben nicht auf weiter die entsprechende „Kerbe“ der SINTEG-V und des allgemeinen Regulatorischen Rahmens zu nennen. Zudem kommt es momentan leider zu Verzögerungen durch COVID-19. Diese haben wir vor allem während der zweiten Phase des gemeinsamen Feldtests zu spüren bekommen. Durch die Verlängerungsmöglichkeit werden wir aber auch diese Stolpersteine bewältigen.

NEW 4.0 ist ein Projekt mit besonderen Menschen. Es macht unheimlich viel Spaß mit diesen zusammen zu arbeiten. Ich denke, dass die Veranstaltungen wie der Transferworkshop, aufzeigen wie eng und vertraut das Konsortium mittlerweile ist. Man kennt sich gut und unterstützt einander. Das ist alles andere als selbstverständlich aus meiner Sicht und sehr erstrebenswert.

Haben sich deine Erwartungen an deinen Job erfüllt?

Ich denke im Allgemeinen schon. Dadurch, dass es mein erster Job nach dem Studium ist, ist das Ganze natürlich doppelt aufregend gewesen. Aber im Grunde haben sich die Erwartungen an eine generalistische Fachebene und abwechslungsreichen Arbeitsalltag bestätigt. Sagen wir mal so, es wird nicht langweilig ;-)

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Das ist für mich schwierig zu beantworten. Es kommt wohl auch darauf an, wie sich der Energiesektor in den kommenden Jahren entwickeln wird. Momentan stagnieren ja zum Beispiel der Windenergieausbau und damit auch der Jobzuwachs in dieser Branche. Auf der anderen Seite tut sich was im Bereich der Sektorenkopplung durch Wasserstoff. Daher ist es für mich schwierig einzuschätzen, wo ich in zehn Jahren beruflich sein werde. Ich bin umso gespannter was die Zukunft birgt.

Wir wünschen Dir natürlich weiterhin viel Spaß bei deiner Arbeit und bedanken uns für das Interview!

Über die Autorin

Profilbild zu: Janina Grimm

Seit September 2019 unterstütze ich als studentische Hilfskraft das gesamte Team des Clusters für Erneuerbare Energien Hamburg bei der Entwicklung, Umsetzung und Nachbereitung vielfältiger Fachveranstaltungen. Parallel studiere ich meinen Master in Energy Policy. Diese Kombination aus Praxis und Theorie birgt viele tolle Chancen, meine Kenntnisse im Bereich der Erneuerbaren-Energien-Branche und nachhaltiger Energiepolitik zu vertiefen. (Janina Grimm)

2 Kommentare zu "Nordlichter machen Energiewende - Interview mit Lasse Süthoff"

Jonas W.

Ist bereits absehbar, wann der Ergebnisbericht vorliegen wird und wo dieser veröffentlicht wird?

NEW 4.0/B2B

Hallo Jonas,
eine Abschlussbroschüre wir spätetend 28.10.2020 vorliegen und hier veröffentlicht. Vom Projektmanagement NEW 4.0 wird es einen wissenschaftlicheren Synthesebericht geben. Dieser wird voraussichtlich noch dieses Jahr fertiggestellt und unter new4-0.de veröffentlicht.

* Hierbei handelt es sich um Pflichtfelder.