ENKO vermeidet Treibhausgase, sichert Netzstabilität und fördert Grünstrom vor Ort

von Janina Grimm, 
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Pressemitteilung von SH Netz, Arge Netz und Partner im Überblick:

Am 7.08. veröffentlichten SH Netz, ARGE Netz und zehn weitere Partner*innen des NEW4.0-Konsortiums eine Pressemitteilung zu ENKO und zum Feldtest mit vielversprechenden Projekterkenntnissen. Mehr hierzu in unserem Blog!

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Das Energiewendeprojekt NEW4.0 strebt nicht zuletzt an, den in Schleswig-Holstein und Hamburg erzeugten Grünstrom möglichst auch vor Ort zu nutzen. Grundvoraussetzung dafür ist ein dezentrales und flexibles regionales Energiesystem. Das Dilemma dabei ist, dass nicht immer dann regenerativer Strom produziert wird, wenn auch Bedarf besteht. Das birgt große Herausforderungen für die Systemstabilität und führt auch zu massiven Abregelungen von EE-Anlagen in der Region.

Um diese Herausforderung zu meistern, entwickelte das SH Netz im Rahmen von NEW4.0 eine Flexibilitätsplattform namens ENKO - Energie intelligent koordinieren, das die fluktuierende Stromerzeugung in Einklang mit dem Energieabnahmemarkt bringen soll. Ob das Konzept auch tatsächlich für den Realbetrieb innerhalb der Modellregion taugt, wurde mithilfe eines großangelegten Feldtests im Frühjahr 2020 erprobt. Zwischen März und April gingen dafür vielzählige und unterschiedlichste Flexibilitätsanlagen des NEW4.0-Konsortiums gleichzeitig in Betrieb. Sie wurden mithilfe von ENKO intelligent vernetzt. Bei drohender Überlastung des Stromnetzes waren sie so in der Lage, schnell zu reagieren und elektrische Energie zusätzlich aufzunehmen, die sie in Form von Wärmeenergie oder als Wasserstoff speichern konnten.

Das Ergebnis des Feldtests ist vielversprechend!

Die Anlagen stellten innerhalb von vier Tagen ca. 500.000 kWh Flexibilität bereit. Das entspricht einer Energiemenge, mit der aufs Jahr hochgerechnet etwa 10.000 Haushalte versorgt werden können. Positive Zusatzeffekte sind die Einsparung von CO2-Emissionen und geringere Abschaltquoten von norddeutschen Windrädern.

Trotz, oder gerade wegen der ersten positiven Ergebnisse, die der Feldtest liefern konnte, weisen die beteiligten NEW4.0-Partner in ihrer Pressemitteilung vom 7. August 2020 auch auf die Schattenseiten hin. Wirtschaftlich rentabel war der Versuch nur, weil er von einer sogenannten „Experimentierklausel“ profitierte. Dieser wirtschaftliche Schutzschirm wird aber wegfallen, sobald die Projektförderung für NEW4.0 im April nächsten Jahres ausläuft. Ein Regelbetrieb von ENKO wäre dann nicht mehr profitabel.

Daher fordern die Urheber des ENKO-Ergebnispapiers die bundesdeutsche Regierung dringlichst dazu auf, die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen zur Entlastung der Stromnetze umsetzen, damit eine Übertragung der marktreifen Lösungen in den Regelbetrieb gewährleistet werden können.

Über die Autorin

Profilbild zu: Janina Grimm

Seit März 2020 leite ich das B2B-Marketing von NEW 4.0 im Cluster EEHH. Ob auf dieser Webseite, bei Twitter, via LinkedIn, auf Fachveranstaltungen und Messen - jeden Tag kann ich über das reden und schreiben, was mich am meisten interessiert: Die Entwicklung innovativer Lösungen für eine ganzheitliche und nachhaltige Transformation unseres Energiesystems. Parallel studiere ich meinen Master in Energy Policy. Diese Kombination aus Praxis und Theorie birgt viele tolle Chancen, meine Kenntnisse im Bereich der Erneuerbaren-Energien-Branche und nachhaltiger Energiepolitik zu vertiefen. (Janina Grimm)

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