Netzengpässe vermeiden - Energie intelligent koordinieren

von NEW 4.0 Gastautor, 
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Vorstellung einiger Projekthighlights aus unserer kürzlich veröffentlichten B2B-Broschüre:

Vier Jahre Forschung für ein ganzheitliches und klimaneutrales Energiesystem im Norden sind beinahe abgeschlossen. Zu diesem Anlass stellt NEW 4.0 in einer bündigen B2B-Broschüre die Hintergründe und vorläufigen Ergebnisse zum Projekt anschaulich dar. Die digitale Flexibilitätsplattform von „ENKO – Energie intelligent koordinieren“ war eines der insgesamt 100 Teilprojekte.

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Herausforderungen

Mehr erneuerbare Energien nutzen, CO2 einsparen und Kosten senken – das sind zentrale Ziele des NEW 4.0-Konsortiums. Mit diesem Ziel haben die Schleswig-Holstein Netz AG und die ARGE Netz GmbH & Co. KG die digitale Flexibilitätsplattform „ENKO – Energie intelligent koordinieren“ entwickelt. Diese soll es lokalen sektorenübergreifenden Flexibilitätspotentialen ermöglichen, erneuerbaren Strom zu nutzen und so Netzengpässe zu mindern.

Auf der digitalen Plattform werden Flexibilitätsinformationen zwischen Netzbetreibern auf der Nachfrageseite sowie Flexibilitätsanbietern auf der Angebotsseite koordiniert. ENKO ermöglicht es, dass die Akteure mit Hilfe der bereitgestellten Informationen über Flexibilitätsbedarfe und –angebote zusammenfinden und ihre Dienste netzdienlich und für das Gesamtsystem effizient nutzen.

Diese Maßnahmen ordnen sich in die gelbe Phase des Netzampel-Konzepts ein. Die gelbe Phase beschreibt, wie marktgetriebene Interaktionen zwischen Anlagenbetreibern als Anbieter von Flexibilität und Netzbetreibern als Nachfragern von Flexibilität zur Verhinderung von Systeminstabilität und Netzengpässen genutzt werden können.

Kernerkenntnisse

Ziel von NEW 4.0 ist es, Flexibilität und Sektorenkopplung nicht nur zu demonstrieren, sondern real in einem abgesteckten Zeitraum zu leben. Dafür wurden in den Jahren 2019 und 2020 Feldtests durchgeführt, in denen ein Großteil der Demonstratoren von NEW 4.0 beteiligt waren und bei denen ENKO-Plattform eine zentrale Rolle spielte.

Die Erzeugungsregion Schleswig-Holstein und die Verbrauchsregion Hamburg konnten somit gemeinsam ihr Flexibilitätspotential für Engpässe im Übertragungsnetz bereitstellen. Die ENKO-Plattform hat bewiesen, dass sie den jeweiligen Netzbetreibern sowohl die Flexibilitätspotentiale zur Verfügung stellen, als auch den Abstimmungsprozess zwischen den Netzbetreibern Spannungsebenen- und Regelzonen-übergreifend koordinieren kann.

Der Prozess

Auf der Plattform stellen Anlagenbetreiber ihre Flexibilitätsangebote für den Folgetag bereit. Die Netzbetreiber prognostizieren parallel ihre Engpässe. Darauf aufbauend werden die nutzbaren Flexibilitäten und deren Sensitivitäten zuerst durch den Anschlussnetzbetreiber bestimmt und bezuschlagt. Die restlichen Flexibilitäten werden dem übergelagerten Netzbetreiber bereitstellt, sodass er die Flexibilitätsbezuschlagung für seine Engpassbewirtschaftung durchführen kann. Nach der Kommunikation der Zuschläge über ENKO an die Anschlussnetzbetreiber aggregiert dieser die Flexibilitäten und übermittelt diese über die ENKO-Plattform an den Anlagenbetreiber oder Erbringer, der das Flexibilitätsangebot dann selbstständig erbringt.

In den bisherigen Feldtests konnten 15 Demonstratoren und vielfältige kleine Flexibilitäten (auch im Haushaltsbereich) integriert werden. Insgesamt wurden mehrere Tausend Flexibilitätsangebote abgegeben.

Die Wirkungskette einer Engpassbewirtschaftung konnte in NEW 4.0 mit Hilfe von ENKO komplett nachgewiesen werden: von der übergreifenden Engpassprognose, über die Abgabe von Flexibilitätsangeboten, Flexibilitätsauswahl beim Netzbetreiber sowie die anschließende Abstimmung unter den Netzbetreibern bis zur tatsächlichen, realen Flexibilitätserbringung.

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