Akzeptanzforschung in NEW 4.0

von NEW 4.0 Gastautor, 
Kommentare: 2

Vier Jahre Forschung für ein ganzheitliches und klimaneutrales Energiesystem im Norden sind beinahe abgeschlossen. Zu diesem Anlass stellt NEW 4.0 in einer bündigen Abschlussbroschüre die Ergebnisse und Hintergründe zum Projekt für ein Fachpublikum anschaulich dar. So auch die projektbegleitende Akzeptanzforschung.

Rechte: Plan-p

Was brauchen wir für eine gesellschaftlich getragene Energiewende?

In NEW 4.0 geht es nicht nur um technische Fragestellungen. Wir fragen regelmäßig auch die Bevölkerung in Hamburg und Schleswig-Holstein nach ihrer Einstellung zur Energiewende. Denn für den Erfolg zukunftsweisender Energieprojekte ist der konstante Austausch mit und die Unterstützung von Bürger*innen entscheidend. Die projektbegleitende Akzeptanzforschung hat in drei repräsentativen Online-Befragungen und drei ergänzenden telefonischen Befragungen bei der Bevölkerung nachgefragt.

Kernerkenntnisse

In der Modellregion Hamburg und Schleswig-Holstein wurden in der letzten repräsentativen Umfrage Ende 2019 unter 1000 Befragten spannende Erkenntnisse zu verschiedenen Fragen der Akzeptanz generiert.

Auffällig ist das steigende gesellschaftliche Bewusstsein und Interesse an Themen rund um Klimapolitik nicht zuletzt über die Projektlaufzeit von NEW 4.0 hinweg. Die zentralen Einflussfaktoren auf die Akzeptanz der Energiewende sind durch multivariate statistische Auswertung identifiziert worden. Dazu zählt das Interesse an erneuerbaren Energien, Klimapolitik und an innovativen Technologien. Damit verbunden haben auch das konkrete Wissen und das Informationsverhalten zur Energiewende einen Einfluss. Ins Gewicht fällt aber vor allem, ob ein Nutzen für Deutschland allgemein gesehen wird.

Für die Ebene des konkreten, individuellen Handelns ist dagegen relevant, ob Vorteile für die eigene Person gesehen werden. Ein entscheidender Faktor für die persönliche Einstellung gegenüber der Energiewende ist die Bewertung im eigenen sozialen Umfeld. Die Akzeptanz leidet, wenn negative Bewertungen im Umfeld vorherrschen oder das Thema gar nicht besprochen wird. Ist die Einstellung ohnehin positiv, wird sie durch ein positives Umfeld kaum mehr gesteigert.

Die Daten der dritten Onlineerhebung zeigen, dass Wissensvermittlung sowie das Schaffen von Aufmerksamkeit und Interesse zentrale Aspekte für die Akzeptanz der Energiewende sind. Zudem wurde deutlich, dass die Präsenz des Themas im öffentlichen Raum, das Wissen und die Diskussion im persönlichen Umfeld über die Projektlaufzeit von NEW 4.0 hinweg deutlich zugenommen haben.

Jedoch kann eine generell positive Einstellung auch mit der negativen Bewertung eines bestimmten Aspekts auftreten. Die Unzufriedenheit mit der Umsetzung der Energiewende kann z.B. aufgrund einer gesteigerten und differenzierteren Auseinandersetzung mit dem Thema zunehmen.

Die Region Schleswig-Holstein-Hamburg lässt sich in verschiedenen Hinsichten als Vorreiterin betrachten. Die Menschen sind in ihrem Alltag schon lange mit Windenergieanlagen konfrontiert und diese gehören für sie mittlerweile ganz selbstverständlich zum Landschaftsbild dazu. Dies sorgt gerade nicht dafür, dass die Akzeptanz abnimmt oder sich die Menschen gar gegen die Anlagen zur Wehr setzen, wie es das typische „not-in-my-backyard“-Narrativ annimmt. Im Gegenteil: Die Befragten mit Windenergieanlagen in unmittelbarer Umgebung weisen sogar eine etwas höhere Akzeptanz auf.

2 Kommentare zu "Akzeptanzforschung in NEW 4.0"

Sandra Claudia Walters

Schön wäre es als Bürger hier auch interaktive Onlineplattformen zu finden, wo man Ideen angeben und Impulse un d Lösungsvorschläge austauschen kann. Ich war auch schon auf Vorträgen, wo die Meinung der Bürger mit einbezogen wurde. Sehr lobenswert, z.B. Stadtreinigung HH mit den Velo-Wegen oder ein Schreiben von der Stadt zu Umbaumaßnahmen in meinem Stadtteil, mit der Bitte um Teilnahme -auch super lobenswert.
Wie kann ich aber jetzt bei großen Themen, wie: HAmburg und den Norden (ja sogar ganz Deutschland) mit Wasserstofftechnologie zu treiben und Reycyclingkreisläufe überall anzuregen ( z.B. Bauindustrie, Verpackungsindustrie). Als Bürger reicht es mir nicht mehr nur bewusst einzukaufen und mich bewusst zu ernähren.
Ich möchte aktiv die Zukunft mitgestalten und möchte mich hierzu vernetzen.
Für eine Zukunft unserer Enkel, wo sich Technologie und Natur verbinden und wir gesunde und bewusste Gestalter dabei sind. Mit freundlichen Grüßen Sandra C. Walters

Janina Grimm

Hallo Frau Walters,

besten Dank für Ihr Interesse an unserem Projekt und Ihr hilfreiches Feedback! Wir schließen uns Ihrer Meinung an: digitale Tools zur Vernetzung und Interaktion mit engagierten Personen und Institutionen sind und werden immer wichtiger.

Im Rahmen des Projekts NEW 4.0 wurde das Thema Akzeptanzförderung intensiv behandelt. Das Projekt NEW 4.0 wurde über vier Jahre hinweg durch eine bürgernahe Informationskampagne begleitet. Unser Team der Akzeptanzförderung war vier Jahre in Hamburg und Schleswig-Holstein unterwegs, um auf zahlreichen öffentlich zugänglichen Veranstaltungen den direkten Austausch mit den Bürger*innen zu suchen. Zu Veranschaulichung verhalf ein interaktives NEW 4.0-Exponat. Da das Projekt sich seinem Ende neigt und wir uns in der abschließenden Berichtsphase befinden, sind für dieses Jahr keine Aktivitäten mehr geplant. Ansonsten hätten wir Sie gerne eingeladen.

Bürgerengagement kann vielerlei Formen annehmen, und zwar unter anderem über die Mitgliedschaft in einer politischen Partei (auch auf kleinster Ebene) oder ehrenamtlich bei einem Umweltverband, z.B. NABU, BUND oder Greenpeace. Wenn Sie sich intensiver mit Themen rund um nachhaltige Energiewirtschaft und der Erneuerbaren-Energien-Branche in Hamburg beschäftigen wollen, dann ist ein Blick auf die Webseite des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg - EEHH (https://www.erneuerbare-energien-hamburg.de/de/) lohnenswert. Das Cluster bietet als regionales Branchennetzwerk aktuellste Informationen über die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Erneuerbaren-Energien-Branche in Hamburg an. Auch veranstaltet es regelmäßig fach-spezifische Web-Seminare an.

Wir hoffen, Ihnen mit unseren Ausführungen einen ersten Andockungspunkt geboten zu haben. Viel Erfolg bei Ihren Vorhaben und bleiben Sie gesund!

Janina Grimm-Huber,
B2B-Marketing NEW 4.0

* Hierbei handelt es sich um Pflichtfelder.