NABEG 2.0: Transparenzanforderungen im Redispatch verbessern

von NEW 4.0 Gastautor, 
Kommentare: 0

Der beschleunigte Ausbau der Stromnetze auf allen Spannungsebenen ist unverzichtbar – aber eben nicht die einzige Option, den Strom aus erneuerbaren Energien nutzbar zu machen.

Quelle: Shutterstock

Die geplanten Änderungen im EnWG müssen im Einklang mit dem jetzt vorgelegten EU-Energiepaket verabschiedet werden. Ab 2020 gelten EU-weit einheitliche Regeln für Netzengpässe. Die Spielräume für ein nationales Redispatchsystem sind daher deutlich begrenzt. Fraglich sei in diesem Zusammenhang die Bestimmung des Mindestfaktors. Eine Abregelung von erneuerbaren Energien vor konventionellen Kraftwerken ist nach dem Europarecht zukünftig nur zulässig, wenn andere Lösungen zu deutlich höheren Kosten führen würden. Ob diese Anforderungen mit dem vorgelegten Vorschlag bereits gewahrt sind, muss bezweifelt werden. Jedenfalls ist die Höhe der Entschädigung auf 100 % anzuheben – hier hat Deutschland keinen Gestaltungsspielraum.

Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass hiermit eine einheitliche Regelung für ein Engpassmanagement geschaffen werden soll, wobei eine Gleichstellung von konventionellen und erneuerbaren Erzeugungstechnologien gewahrt werden müsse. Offene Fragen zur Abwicklung von Entschädigungsansprüchen blieben dabei leider ungeklärt - zum Beispiel die Frage, wie die finanzielle Entschädigung zukünftig ausgestaltet wird. Statt des bisherigen Leitfadens der BNetzA sieht der Gesetzesentwurf eine Ermächtigung vor, um eine Berechnungsgrundlage per Verordnung zu regeln. ARGE Netz unterstützt das Ziel, bestehende Rechtsunsicherheiten bei Einspeisemanagement -Maßnahmen aufzulösen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung für die Effizienz im Gesamtsystem, die Transparenzanforderungen im Redispatch erheblich zu verbessern. 

Die Transparenz soll im gesamten Redispatchregime gesteigert werden, indem Erzeuger über geplante Redispatchmaßnahmen vorher informiert oder besser noch mit eingebunden werden. Dies ist ein zentraler Bestandteil der Integration der Erneuerbaren. Außerdem soll die Nutzung des Stroms vor Ort bzw. die Aktivierung flexibler Lasten Priorität vor einer möglichen Abregelung von Erzeugungsanlagen haben. Der Informationsaustausch und die Datenverarbeitung zwischen den Akteuren muss verstärkt und standardisiert werden. Notwendig wäre der automatische Datenaustausch zwischen Netz- und Anlagenbetreibern. So könnten Netzengpässe dezentral vermieden werden.

Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer ARGE Netz GmbH & Co. KG

 

ARGE Netz gehört zu den führenden Unternehmensgruppen der erneuerbaren Energieversorgung mit mehr als 360 Gesellschaftern. Das Unternehmen bündelt 4.000 Megawatt Leistung aus Wind, Photovoltaik und Biomasse. Es bietet Lösungen zur Speicherung und Umwandlung von erneuerbaren Energien und betreibt das Erneuerbare Kraftwerk.

Fügen Sie als erster einen Kommentar hinzu

* Hierbei handelt es sich um Pflichtfelder.