Kommentar zum Thema Sektorkopplung in den Sondierungsgesprächen der CDU, CSU und SPD

von Jan Rispens, 
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Die Sondierungsgespräche der CDU, CSU und SPD sind geführt. In der Zusammenstellung der Ergebnisse werden verschiedene Themen der Energiepolitik angesprochen. Ein zentrales Thema für unser NEW 4.0-Konsortium ist die Sektorkopplung.

In den Sondierungsgesprächen wurde in der gemeinsamen Vereinbarung vom 12.01.2018 zum Thema Energiepolitik Folgendes festgehalten:

„Wir wollen die Sektorenkoppelung in Verbindung mit Speichertechnologien voranbringen“.

Dieses Ziel ist essentiell wichtig. Ohne die Sektorenkopplung wird es sehr schwierig - wenn nicht gar unmöglich - den Anteil der erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung und bei der Mobilität signifikant zu erhöhen.

Zentral bei dieser Zielsetzung wird die Befreiung - der weitestgehend CO2-freien Erzeugung - von erneuerbare Energien von möglichst vielen Abgaben, Steuern und Belastungen sein. Diese Befreiung muss parallel zur Einpreisung der CO2-Emissionen von fossilen Energieträgern im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor geschehen. Gleichzeitig sollten Industrien, die z.B. ihre Energieabnahme zeitlich flexibilisieren oder Betreiber von Energiespeichern sind, für ihr systemdienliches Verhalten nicht über die Netzgebühren zur Kasse gebeten werden.

Der oben gennannte Satz aus der Vereinbarung erfordert also einen großer Wurf sowie beherztes und durchdachtes Handeln. Ein „weiter so“ wird nicht funktionieren, da mit der heutigen Kostenstruktur die Sektorkopplung wirtschaftlich nicht gelingen kann.

Für die SINTEG-Konsortien wurde daher die sogenannte „Experimentierklausel“ geschaffen. Sie bringt eine gewisse Linderung, wird aber noch weiter entwickelt werden müssen. Insofern ist es ein positives Signal, dass die Sektorenkopplung in die Vereinbarung aufgenommen wurde. Gleichzeitig ist die Aufnahme des Themas in die Sondierungsergebnisse eine große Verpflichtung für die GroKo. Sie ist nun angehalten, die Rahmenbedingungen ernsthaft und gewissenhaft neu aufzustellen, so dass diese zum Ende der Legislaturperiode für den gesamten Energiemarkt greifen!

Weitere Informationen zu den finalen Ergebnissen der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD finden Sie hier.

Über den Autor

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Seit Gründung in 2011 ist Jan Rispens, als gelernter Elektrotechnik-Ingenieur, Geschäftsführer der EEHH Clusteragentur und seit 20 Jahren aktiv im Bereich nachhaltige Energieversorgung und Klimaschutz.

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