Im Interview: Volker Jahnke von der egeb: Wirtschaftsförderung

von Hanna Naoumis, 
Kommentare: 0

NEW 4.0 Partner berichten über ihre Innovationsprojekte

Als regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft der schleswig-holsteinischen Kreise Dithmarschen Steinburg sowie der Stadt Brunsbüttel betreut die egeb: Wirtschaftsförderung Unternehmen in der Region. Die egeb bietet Unterstützung bei Investitionsförderung, Flächenbedarf, Gebäudesuche, Logistikthemen, Regionalmarketing und Fördermittelakquisition. Volker Jahnke berichtet über die Rolle der Wirtschaftsföderung im Projekt NEW 4.0.

Foto: ChemCoastPark Brunsbüttel

Welche Rolle hat die egeb: Wirtschaftsförderung innerhalb des NEW 4.0 Konsortiums inne?

Als assoziierter Partner koordiniert die egeb in der Region eine zielgerichtete Umsetzung der Projekte in den Unternehmen und trägt das Großprojekt NEW 4.0 über Fachveranstaltungen sowie eine umfangreiche mediale Berichterstattung in die Öffentlichkeit. Die aktive Mitarbeit im Arbeitspaket Verwertung und Akzeptanz sind für uns wesentliche Bestandteile, um die NEW 4.0-Partner in der Region über die aktuellen Sachstände und zukünftigen Projektplanungen zeitnah zu informieren.

Der ChemCoastPark ist das größte Industriegebiet Schleswig-Holsteins – ist er auch Teil von NEW 4.0?

Das Industriegebiet an sich ist nicht Teil von NEW 4.0. Allerdings beherbergen wir Partner. Ein Beispiel ist die Wind to Gas Energy GmbH, die als Förderpartner Teil des NEW 4.0-Konsortiums ist. In Kürze wird das Unternehmen ein Batteriespeicherkraftwerk zusammen mit einer Wasserstoffelektrolyseanlage (Power-to-Gas) betreiben, das an einen Windpark angeschlossen ist. Hierbei wird Wasser mit Hilfe von elektrischen Strom in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten. Der so gewonnene Wasserstoff wird in das Gasnetz der Stadt eingespeist, soll aber auch bei anderen Abnehmern – zum Beispiel an Gastankstellen und in der Industrie- Verwendung finden. Der Batteriespeicher dient dazu, Stromschwankungen im Netz auszugleichen. Ziel des Projektes ist es zu zeigen, dass man Windenergieanlagen mit einem direkten Leitungsanschluss an Power-to-Gas-Anlagen koppeln kann. Dieses Vorhaben ist in Deutschland einzigartig, da die derzeitigen Power-to-Gas-Anlagen mit einem direkten Netzanschluss laufen.

Über den Autoren

Profilbild zu: Volker Jahnke

Volker Jahnke, 41 Jahre und Betriebswirt ist als Stellvertreter für die egeb: Wirtschaftsförderung tätig, für die er seit 2011 arbeitet. Zudem ist er als Vorstandsmitglied im windcomm schleswig-holstein e.V. und als Sprecher der Kooperation Unterelbe tätig. Im Rahmen der Regionalen Kooperation Westküste leitet er die Facharbeitsgruppe Innovation und Wissenstransfer.

Sind dort weitere Unternehmen angesiedelt, die sich mit dem Voranbringen der Energiewende befassen?

Aktuell wird der Standort Brunsbüttel von einem internationalen Joint Venture als Standort für einen deutschen Terminal für liquefied natural gas (LNG) favorisiert. Das komprimierte und extrem tiefgekühlte Erdgas in flüssiger Form dient u.a. als ein emissionsarmer Treibstoff für Schiffe. Das flüssige, kalte Erdgas kann direkt an Schiffe und schwere LKW vermarktet oder mit Binnenschiffen, Kesselwagen und Tanklastern weitertransportiert und verteilt werden. Dies ist auch für eine industrielle Nutzung am Standort Brunsbüttel sehr interessant.

Das klingt so, als wären Sie sehr offen für innovative Projekte aus dem Bereich Erneuerbare Energien?

Wir arbeiten stetig daran, die Westküste für Unternehmen z.B. aus dem Bereich Erneuerbare Energien noch interessanter zu machen. Dafür arbeiten wir mit vielen Partnern zusammen: Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Vereinen, Verbänden, Behörden und der Verwaltung. Ich leite in diesem Zuge die Facharbeitsgruppe „Innovation und Wissenstransfer“, die im Rahmen der Regionalen Kooperation Westküste gegründet wurde. Unser gemeinsames Ziel unter dem Motto Wirtschaft und Wissenschaft – Hand in Hand ist es, das Know-how in der Region zu verankern und weitere innovative Unternehmen für den Standort zu begeistern. Außerdem sind wir aktiv im Wirtschaftsförderungsrat sowie der Facharbeitsgruppe Wirtschaft in der Metropolregion Hamburg tätig.

Die Landesregierung in Schleswig-Holstein setzt sich aktuell dafür ein, grünen Wasserstoff im größeren Maßstab für Treibstoffe im Verkehr als Beitrag zur Minderung von Treibhausgasen einzusetzen. Inwieweit befasst sich die egeb mit der Förderung oder vermehrten Ansiedlung von entsprechenden Unternehmen? 

Mit der Ansiedlung der Firma Wind to Gas Energy GmbH haben wir ein klares Bekenntnis für die Erzeugung von grünem Wasserstoff im ChemCoast Park Brunsbüttel abgegeben. Als regionale Wirtschaftsförderung ist das Thema Ansiedlung natürlich für uns ein wichtiger Baustein der Energiewende. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, den Standort Brunsbüttel auch z.B. für Unternehmen interessant zu machen, die viel Energie benötigen und diese gerne aus regenerativen Quellen beziehen möchten. An unseren Küsten, besonders an der Westküste, stehen überdurchschnittlich viele Windkraftanlagen. Da liegt der Gedanke sehr nahe, dass Firmen die Windenergie dort nutzen können, wo sie entsteht. In Bundesländern, die den Ausbau den Windenergie vorantreiben, siedeln sich klassischerweise direkt betroffene Gewerke an. Dem folgen verschiedene Dienstleister, in der Regel regionale kleine und mittelständische Betriebe.

Weitere Informationen über die egeb: Wirtschaftsföderung gibt es hier: www.egeb.de

Über die Autorin

Profilbild zu: Hanna Naoumis

Seit Anfang 2017 arbeite ich als B2B-Marketing Managerin von NEW 4.0 im Cluster EEHH. Ob auf dieser Webseite, bei Twitter, via Xing, auf Fachveranstaltungen und Messen - jeden Tag kann ich über das reden und schreiben, was mich am meisten interessiert: Die Entwicklung von innovativen Lösungen zum Voranbringen der Energiewende, des Klimaschutzes und damit einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft.

Fügen Sie als erster einen Kommentar hinzu

* Hierbei handelt es sich um Pflichtfelder.