Ganz Deutschland profitiert von den Erkenntnissen aus SINTEG

von Janina Grimm, 
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Senator Michael Westhagemann zum Auftakt der SINTEG-Abschlusskonferenz

Zum Ende des BMWi-Programms „Schaufenster intelligente Energie“ – SINTEG – fand letzte Woche eine digitale Abschlusskonferenz statt. Den Start der Konferenz läutete Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, ein. Was er zu den SINTEG-Projekten zu sagen hatte, wollen wir hier kurz vorstellen.

Foto: Christina Czybik/Bildkraftwerk/BMWi

Hamburg war Gastgeber der virtuellen Konferenz und darüber hinaus auch Teil der Modellregion des SINTEG-Schaufensters „Norddeutsche Energiewende 4.0“ – kurz: NEW 4.0. Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, leitete die SINTEG-Abschlusskonferenz in Vertretung des ersten Bürgermeisters der Hansestadt Hamburg ein. Das sind die Themen, die ihn bewegten:

Ganz Deutschland profitiert von den Erkenntnissen aus SINTEG

Am Beispiel von NEW 4.0 erläuterte Senator Westhagemann, warum er das SINTEG-Programm als wegweisend für die nachhaltige Energietransformation Deutschlands ansieht. NEW 4.0 habe gezeigt, wie ein schneller, vorausschauender und lokaler Stromhandel zum Gelingen der Energiewende beitragen könne. Er plädierte daher dafür, die Technologien und Erfahrungen, die im Laufe des Projektzeitraums zum Einsatz kamen und entstanden seien, aufzugreifen und weiterzuführen. Das, insbesondere weil die Nachfrage nach nachhaltigen Spitzentechnologien und klimaneutralen Geschäftsmodellen derzeit exponentiell wachse. Deutschland könne davon nur profitieren, so Westhagemann:

„Deutschland als Exportnation mit leistungsstarken Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Zulieferbetrieben kann mittel- und langfristig von klugen Investitionen in global wachsenden Klimaschutzmärkten nur profitieren.“

Wasserstoff - populärster Hoffnungsträger der Energiewende

In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Chancen, die die Etablierung einer neuen grünen Wasserstoffwirtschaft und sein Export für den Wirtschaftsstandort Deutschland mit sich bringen würde. Er sehe im Bereich des grünen Wasserstoffs enorme Entwicklungspotentiale. Seiner Einschätzung nach stelle Norddeutschland dabei den besten Standort für das Ausreizen dieser Technologie dar.

Der Hamburger Wirtschaftssenator fasste noch einmal nach: Wasserstoff sei innerhalb kürzester Zeit zu einem der populärsten Hoffnungsträger der Energiewende geworden. Europa würde das Zentrum einer sauberen Wasserstoffwirtschaft werden. Entsprechend habe sich Deutschland mit der nationalen Wasserstoffstrategie klare Ziele gesetzt. Im regionalen Kontext hätten die deutschen Küstenländer Schleswig-Holstein, Niedersachen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Stadtstaat Hamburg bereits 2019 mit der „Norddeutschen Wasserstoffstrategie“ wichtige Maßstäbe gesetzt.

Hamburg als Pionier grüner Wasserstofftechnologien

Hamburg arbeite sehr stark daran, ein Pionier im Bereich der auf erneuerbaren Energien basierenden Wasserstoffanwendungen zu werden. Er erklärte:

„Als Großstadt mit einem großen Hafen und einer leistungsstarken Industrie haben wir optimale Voraussetzungen, die deutsche Wasserstoffförderung zu entwickeln und zu gestalten. Wir wollen die weltweite Aufmerksamkeit, die Wasserstoff nun erfährt, nutzen, um eine in sich selbst tragende grüne Wasserstoffwirtschaft aufzubauen.“

Hamburgs ansässige Industrien würden bereits heute vielzählige Möglichkeiten testen, um ihre Produktion mithilfe von Wasserstoff emissionsärmer zu gestalten. So würden im Hafen bereits mehrere Industriegebiete mit Wasserstoff aus eigener Herstellung arbeiten. Die Produktion im Hafen solle aber noch stärker ausgeweitet werden. Ziel sei es auf mehr als 100 MW Elektrolyseleistung zu kommen. Zusätzlich tausche sich die Hafenstadt weltweit mit relevanten Akteuren aus. Auch die in Hamburg ansässige Forschung laufe auf Hochtouren.

Wissenstransfer als Schlüsselelement für den Erfolg von SINTEG

Doch zurück zu SINTEG. Senator Westhagemann sprach nicht nur die technologischen Innovationen an, die die einzelnen Schaufenster mitentwickelt und auf ihre Machbarkeit getestet haben. Er gab auch kritisch zu bedenken, dass das Programm eine längst bekannte Erkenntnis nur noch einmal bestätigt habe, und zwar, dass Deutschland ein Standort mit sehr hohen Strompreisen sei. Steuern und Abgaben würden am deutschen Strompreis mehr als die Hälfte der Kosten einnehmen. Deswegen müsste laut Westhagemann die Bundesregierung im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen hier schnell ansetzen.

Nichtsdestotrotz habe sich SINTEG gelohnt. Denn das Programm habe einen sehr bedeutenden Zusatzeffekt, so der Hamburger Senator. Es habe Netzwerke geschaffen, in denen sich zum Teil konkurrierende Akteure intensiv ausgetauscht hätten. Am Beispiel von NEW 4.0 verdeutlichte er die positiven Synergieeffekte:

„Die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein war sehr konstruktiv, und zwar auf allen Ebenen, also sowohl auf der Unternehmens- und Forschungsseite als auch auf der ministeriellen Seite.“

Er betonte, dass diese Art von Wissenstransfer enorm wichtig sei, weil sie dabei helfe, über den Tellerrand hinauszublicken und Lösungen zu entwickeln. So plädierte er dafür, weiterhin über die Länderinteressen hinweg an der gemeinsamen Vision zu arbeiten und an einem Strang zu ziehen. Nur so könne der Weg zu einer hundertprozentigen Versorgung der Region Hamburg und Schleswig-Holstein mit erneuerbaren Energien gelingen.

Über die Autorin

Profilbild zu: Janina Grimm

Seit März 2020 leite ich das B2B-Marketing von NEW 4.0 im Cluster EEHH. Ob auf dieser Webseite, bei Twitter, via LinkedIn, auf Fachveranstaltungen und Messen - jeden Tag kann ich über das reden und schreiben, was mich am meisten interessiert: Die Entwicklung innovativer Lösungen für eine ganzheitliche und nachhaltige Transformation unseres Energiesystems. Parallel studiere ich meinen Master in Energy Policy. Diese Kombination aus Praxis und Theorie birgt viele tolle Chancen, meine Kenntnisse im Bereich der Erneuerbaren-Energien-Branche und nachhaltiger Energiepolitik zu vertiefen. (Janina Grimm)

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