Energie 2.0 – Hamburgs Zukunft ist grün und digital

von Hanna Naoumis, 
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„Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass der Klimaschutz innerhalb so kurzer Zeit in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit rückt!“ Mit diesem Blick auf die aktuelle mediale Klimadebatte eröffnete Udo Bottlaender, Geschäftsführer der Hamburger Gasnetz GmbH, die achte housewarming-Tagung am 30. August am ELBCAMPUS, dem Ausbildungszentrum der Handwerkskammer Hamburg.

Für die meisten der rund 100 Tagungsteilnehmer war das Thema Klimaschutz keineswegs neu: Bereits im achten Jahr ist es Dreh- und Angelpunkt der jährlich stattfindenden, vom Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (ZEWU) sowie der Gasnetz GmbH ausgerichteten Fachtagung. Ziel war auch in diesem Jahr der Austausch zwischen Vertretern der Energiewirtschaft, Wissenschaft und Behörden sowie Technikern und Planern über den Stand der Energiewende im norddeutschen Raum.

Klimaschutz-Ziele

Gasnetz-Geschäftsführer Udo Bottlaender und Thomas Ihk, Vorsitzender des Ausschusses für Energie-, Umwelt- und Gesundheitsschutz der Handwerkskammer, verdeutlichten zu Beginn die gemeinsame Aufgabe: Um die Klimaziele zu erreichen, müsse Hamburg bis 2050 die CO2-Emissionen um mindestens 80 Prozent reduzieren.

Ein wichtiger Lösungsansatz auf diesem Weg: das „evolutionäre Gasnetz“, also der Umbau der regionalen Gasnetze und die vermehrte Nutzung „grüner Gase“ wie Wasserstoff und daraus hergestelltes synthetisches Gas („Power to gas“). "Mittelfristig wollen wir 30 Prozent Wasserstoff in das Hamburger Gasnetz integrieren“, führte Udo Bottlaender aus. An Speicherlösungen für grün erzeugten Strom werde derzeit intensiv gearbeitet.

Zwei-Energieträger-Welt

Den Weg zu einer „Zwei-Energieträger-Welt“ aus Ökostrom und Gasen skizzierte Björn von der DVGW-Landesgruppe Nord.  Zahlreiche Studien würden belegen, dass ein vollständiger Klimaschutz in allen Sektoren am kostengünstigsten mit der Nutzung von Erdgas, erneuerbaren Gasen und der bestehenden Gasinfrastrukturen erreicht werden könne.

Speicherung

Die Bedeutung von Speichermedien wurde auch im zweiten Schwerpunkt der housewarming beleuchtet, der einen Fokus auf das Einsparpotenzial durch „Smart Home“-Anwendungen legte. Nadine Kalski von der Firma Siemens stellte die sogenannte „Smart Battery“ vor, die Stromüberschüsse aus Photovoltaik-Anlagen intelligent speichert. Auch die Referenten der Stromnetz Hamburg GmbH und der Firma Gira, Joachim Lange und Gabor Kremer, betonten die positive Wirkung digitaler, interaktiv kommunizierender Anwendungen: Die daraus resultierende Verbrauchs- und Kostentransparenz erweise sich als starker Anreiz für Verbraucher, Energie effizienter zu nutzen und einzusparen.

Mobilität

Der dritte Teil der housewarming-Tagung stand ganz im Zeichen schadstoffarmer Mobilität. Von den Möglichkeiten alternativer Antriebstechnologien – Erdgas, Wasserstoff und Elektro-Antrieb – konnten sich die Tagungsteilnehmer sogar aktiv überzeugen: Etwa 30 Teilnehmer unternahmen Probefahrten mit Fahrzeugen, die von der Hamburger H2-Gesellschaft, Gasnetz Hamburg, Stromnetz Hamburg, Rheingas Propan und hySolutions zur Verfügung gestellt wurden.

Die Hamburger Vollkornbäckerei Effenberger stellte zudem eines ihrer zwei elektrisch betriebenen Lastenfahrräder für den Stadtverkehr vor. Wie Kristian Hentzschel von der Hamburgischen Invesititons- und Förderbank (IFB) ausführte, nutzen bisher allerdings nur ein Prozent der Verbraucher PkW mit alternativem Antrieb. Auf Hamburgs Straßen seien derzeit rund 8000 E-Fahrzeuge unterwegs. Zum Laden der Fahrzeuge stünden derzeit 800 Ladepunkte zur Verfügung. Bis 2023 erwarte man jedoch eine Vervielfachung der E-PkW-Zulassungen auf mehr als 45 000 sowie – unter anderem angetrieben durch das staatliche Förderprogramm ELBE („Electrify Buildings for Electric Vehicles“) – eine Erweiterung der Ladeinfrastruktur auf rund 20 000 Stationen.

Auch der unabhängige KfZ-Experte Carsten Willms (ADAC) erwartet für die kommenden Jahre eine „Revolution in der Autoindustrie“, sprich: die Umorientierung der Verbraucher vom Verbrennungs- hin zum Elektromotor. Untersuchungen ließen den E-Antrieb in Sachen Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz bislang erheblich besser abschneiden als Erdgas, Autogas und Wasserstoff, so der Experte. Seine Prognose: „Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch.“

Über die Autorin

Profilbild zu: Hanna Naoumis

Seit Anfang 2017 arbeite ich als B2B-Marketing Managerin von NEW 4.0 im Cluster EEHH. Ob auf dieser Webseite, bei Twitter, via Xing, auf Fachveranstaltungen und Messen - jeden Tag kann ich über das reden und schreiben, was mich am meisten interessiert: Die Entwicklung von innovativen Lösungen zum Voranbringen der Energiewende, des Klimaschutzes und damit einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft.

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