Endspurt zur EnergiePlattform!

von NEW 4.0 Gastautor, 
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HAMBURG ENERGIE ruft zum Endspurt der „EnergiePlattform“ Entwicklung auf

Die EnergiePlattform ist das universelle IKT Konzept für den Handel mit Flexibilitäten und der gleichzeitigen Möglichkeit zur direkten Echtzeit-Steuerung von Anlagen. Sie ist universell, da grundsätzlich alle heutigen und zukünftigen Anwendungsfälle bedient werden und alle mitmachen können.

Die EnergiePlattform ist ein Konzept, das Marktseite und Fernwirken in Echtzeit vereint. Auf der Marktseite finden Angebot und Nachfrage zueinander. Über die Fernwirkseite können geschlossene Verträge direkt in Steuerungen von Anlagen und Virtuellen Kraftwerken umgesetzt werden. Da der Gesamtprozess durch BlockChain-Technologien umgesetzt wird, können viele Handlungen parallel erfolgen und trotzdem alle Vereinbarungen eindeutig nachvollzogen werden. Gleichzeitig ermöglicht das BlockChain-Konzept, dass alle Teilnehmer gleichberechtigt sind; keiner macht sich abhängig.

Merkmale

Alleinstellungsmerkmale der EnergiePlattform mit ihrer Markt-Fernwirken-Kombination sind u.a. der automatische Handel und die „regelbasiert-automatisierten Verträge“. Der geplante „Ultra Kurzfrist Intraday Handel“, der bis Sekunden an die Erbringungs-Viertelstunde heran und perspektivisch auch in der Erbringungs-Viertelstunde möglich ist, bedingt natürlich einen automatischen Handel. Der Mensch als Händler wäre nicht mehr schnell genug. Der Handel entspricht grundsätzlich einem OTC-Geschäft zwischen zwei Partnern, der dank der BlockChain Technologie mit sehr geringen Transaktionskosten erfolgen kann. Besonders ist auch, dass Produkte beliebiger Länge und Raster möglich sind. Im normalen Handel sind Produkte nur im Viertelstunden-Raster möglich. Die Energieplattform macht es möglich, dass z.B. für einen Schmelzprozess, der in der 7. Minute beginnt und in der 42. Minute endet, passgenau Energie eingekauft werden kann. Und sollte sich der Schmelzprozess kurzfristig um zwei Minuten verschieben, kann auch diese Abweichung kurzfristig gehandelt werden.

Da Angebote und Nachfragen mit Eigenschaften versehen werden können, lassen sich regelbasiert Verträge (Trades) schließen. Eigenschaften können hierbei z.B. eine Geo-Position, Anlagen-Identifizierung, eine Position im Stromnetz oder auch die Qualität der Energie (Strom aus einer Windenergieanlage) sein. Auf Basis der Eigenschaft zur Anlagen-Identifizierung kann das automatische vertragsbasierte Steuern der Anlagen (Fernwirken) erfolgen.

Aufruf

Die EnergiePlattform läutet den Endspurt zum ersten Testbetrieb ein.

Aus diesem Grund möchte HAMBURG ENERGIE und die Gruppe der EnergiePlattform alle NEW4.0 Partner ansprechen, sich die Idee „EnergiePlattform“ einmal näher anzusehen. Wir würden uns wünschen, dass alle Partner und Demonstratoren bei der EnergiePlattform mitmachen. Wer mehr Informationen dazu erfahren möchte, wendet sich gerne an die Gruppe der EnergiePlattform.

HAMBURG ENERGIE stellte das Konzept erstmals im April 2017 erfolgreich vor. Es ist die Weiterentwicklung des im Antrag beschrieben „Aggregatoren-SubAggregatoren-SmartMarket“-Modells bzw. des „Verbund von Verbundsystemen“. Es wurde seither verschiedentlich vorgestellt und hat alle Prüfungen bestanden; u.a. in den Leitungs- und Steuerungsgremien, bei ersten Partnern und bei potentiellen Teilnehmern.

EnergiePlattform-Gruppe

Die EnergiePlattform-Gruppe hat sich aus Partnern verschiedener Arbeitspakete und Use Cases zusammengesetzt: HAMBURG ENERGIE, Ponton, Vattenfall Trading, Rabot Energy, Trimet, Nordex, Uni Hamburg (Bereich Wirtschaft als auch IT-Sicherheit), Stiftung Umweltenergierecht und  HAW Hamburg. Mit den Partnern ArcelorMittal, Stw. Flensburg, Tennet und Stromnetz Hamburg und mit dem für Hamburg zuständigen ÜNB 50Hertz erfolgten bereits erste Gespräche.

In den ersten Schritten wurden die grundlegenden Anforderungen erhoben. Jetzt beginnen die beiden Software-Partner Ponton und HAMBURG ENERGIE mit der Errichtung des ersten Demonstrators der EnergiePlattform. Dieser geht Anfang 2019 in den Alpha-Test und ab April 2019 mit den Teilnehmern auf Markt- und Anlagenseite in den Beta-Test.

Technisch ist diese universelle Plattform geeignet, für alle heutigen als auch zukünftigen Use Cases genutzt zu werden. Im ersten Schritt wird die Umsetzung des Use Cases 1 „Schneller lokaler Intraday Handel“ demonstriert. Alle Anlagen, Demonstratoren und Virtuelle Kraftwerke des NEW4.0 Projekts sind potentielle Teilnehmer der Plattform. So können zum Beispiel auch Virtuelle Kraftwerke, die am Vortag (Day-Ahead) einen Zuschlag auf der Enko-Plattform gewonnen haben, die dort zugesicherte Energie auf der EnergiePlattform ein- bzw. verkaufen.

Technologie

Sowohl Virtuelle Kraftwerke als auch BlockChain sind Software-Konzepte. Dabei hat sich das Konzept Virtuelles Kraftwerk bereits etabliert. Das Konzept BlockChain ist im Energiebereich jung und muss sich noch bewähren. Als Technologie ist die BlockChain bereits seit 30 Jahren bekannt. Wenn bei HAMBURG ENERGIE von BlockChain die Rede ist, geht es nicht um Bitcoin, Mining mit hohem Energieverbrauch, Krypto-Währungen, Spekulationsgeschäfte oder „permissionless organism“ (anarchisches System), sondern geführte Systeme, die durch ein Konsortium verantwortet werden. HAMBURG ENERGIE prüft derzeit u.a. im NEW4.0-Projekt, ob und wie die BlockChain die Virtuellen Kraftwerke ergänzen kann.

Die in der EnergiePlattform eingesetzte BlockChain-Basis beruht auf mehr als zwei Jahren Erfahrung des Partners Ponton mit ihren erfolgreichen BlockChain-Projekten „enerchain“ für den reinen Energiehandel und dem „gridchain“-Projekt zum Abgleich zwischen Netzbetreibern in Österreich. HAMBURG ENERGIE forscht und entwickelt bereits seit neun Jahren im Gebiet Virtuelle Kraftwerke und besitzt eigene Software-Stacks für hochskalierbare intelligente Anlagensteuerungen. Darüber hinaus ist HAMBURG ENERGIE seit vielen Jahren sowohl ein erfolgreiches Virtuelles Kraftwerk sowie Anbieter von Regelleistungs-Dienstleistungen und Direktvermarktung von Erneuerbaren Energien.

HAMBURG ENERGIE als Leiter des Themenbereichs IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) im Projekt NEW4.0 hat sich mit den anderen vier BMWi SINTEG-Projekten c/sells, Designetz, enera und WindNode ausgetauscht, um die innovativen Ansätze der EnergiePlattform im Vergleich mit den Plattformansätzen der anderen Projekte zu prüfen. Dabei haben sich die Ansätze bewährt. Es werden in zwei weiteren Projekten BlockChain-Ansätze verfolgt. Die EnergiePlattform ist bisher die einzige, die rein auf marktwirtschaftliche Anreize setzt und nicht auf Anreize durch eine neue Abgabenregulierung. Darüber hinaus ist durch die Vorarbeiten des Partners Ponton die BlockChain-Umsetzung am weitesten fortgeschritten. Zwischen den BWMi SINTEG-Projekten zum Thema Plattformen herrscht ein sehr offener, konstruktiver und innovativer Austausch, der die Arbeit der Projekte auf ein gemeinsames Ziel hin widerspiegelt.

Die Gruppe der EnergiePlattform plant im Herbst eine Informationsveranstaltung für alle NEW 4.0-Partner, um den regen Austausch weiter auszubauen.

Autor und Kontakt

Onnen Heitmann, HAMBURG ENERGIE GmbH, E-Mail: Onnen.Heitmann@hamburgenergie.de

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