Die SINTEG-Schaufenster: WindNODE

von Hanna Naoumis, 
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Das Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands

In WindNODE arbeiten mehr als 70 Partner mit insgesamt über 400 Kolleginnen und Kollegen gemeinsam an einer positiven Vision der Energiewende. Hier belechten wir, wo WindNODE stattfindet, mit welchen Themen sich das Schaufenster befasst und welche Lösungen erarbeitet wurden.

©WindNODE/Jan Pauls

Modellregion für Energie und Wende

Die WindNODE-Projektregion umfasst den gesamten Nordosten Deutschlands – von der Ostsee bis zum Thüringer Wald. Über 16 Millionen Menschen leben in der Modellregion. Gleichzeitig bildet sie ein komplettes elektrisches Energiesystem ab: Alle Wertschöpfungsstufen, Netzebenen, Marktrollen und Akteure sind vertreten und an WindNODE beteiligt.

Über 56 Prozent des verbrauchten Stroms sind in der WindNODE-Region schon heute „grün“. Er stammt vor allem aus den volatilen Quellen Wind und Sonne. Das bringt die Stromnetze regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen und macht häufige Eingriffe des Übertragungsnetzbetreibers erforderlich – eine Herausforderung, der sich auch andere Regionen in Zukunft öfter stellen müssen. In der WindNODE-Region ist die Zukunft des Energiesystems also schon heute Alltag. Sie verfügt über ideale Voraussetzungen, Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende zu erarbeiten, die die Energiewende auch andernorts voranbringen können

Die Ausgangslage: Hohe Anteile erneuerbarer Energien

Es ist vor allem die Windkraft, die dem Nordosten Deutschlands hohe Quoten in der Erzeugung von erneuerbaren Energien beschert; Tendenz steigend. 32,9 Gigawatt ist die Summe der installierten Leistungen aller erneuerbaren Anlagen (laut EEG) in der Region im Jahr 2018. Doch wenn mal kein Wind weht und die Sonne zu lange versteckt bliebt, springen in der Region Kohle- und Gaskraftwerke ein.

Oft bläst jedoch ein starker Wind und es ist sonnig. An solchen Tagen produzieren die Wind- und Solarkraftwerke mehr erneuerbare Energien -in manchen Regionen mehr als das Dreifache - des regional benötigten Stroms. In den Übertragungs- und Verteilnetzen, die den erzeugten Strom über größere Entfernungen in die Städte und Fabriken transportieren, drohen dann Engpässe. 1,2 Prozent der Gesamterzeugung aus erneuerbaren Energien mussten 2018 gemäß §13.2 EnWG aufgrund physikalischer Limitationen im Netz (Netzengpässe) abgeregelt werden.Dabei gingen 686 GWh elektrisch Energie verloren.

Mit WindNODE bleibt das Energiesystem im Gleichgewicht

WindNODE wird den Beweis erbringen, dass die Energiewende technologisch und ökonomisch erfolgreich sein kann. Das Projekt soll demonstrieren, dass auch bei überwiegenden Anteilen Erneuerbarer Energien der Strom dann, wenn Wind und Sonne ihn liefern, sinnvoll genutzt oder effizient gespeichert werden kann. An Bord sind insgesamt 60 Projektpartner, von denen 44 an festen Projektvorhaben beteiligt sind. Hinzu kommen 16 weitere „assoziierte“ Partner, die ihre Expertise sowie Unterstützung bei Bedarf in Form von Einzelbeiträgen einbringen. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen renommierte Universitäten und Forschungseinrichtungen. 50Hertz ist Koordinator von WindNODE.

Damit das Netz stabil bleibt, müssen jedoch Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sein. Das funktioniert durch:

  • Netzausbau,
  • Flexible Erzeuger,
  • Flexible Verbraucher und
  • Speichertechnologien,

WindNODE rückt die flexiblen Verbraucher in den Fokus: Gelingt es, den Stromverbrauch der Kunden bestmöglich auf die schwankende Erzeugung aus Wind und Sonne abzustimmen und Flexibilitäten auch am richtigen Ort zu aktivieren, lassen sich Netzüberlastungen vermeiden. Das Projekt bindet deshalb Verbraucher aus der Industrie, dem Einzelhandel sowie Wohnquartiere ein, die ihren Energiekonsum nach der erwarteten Stromproduktion ausrichten wollen. Perspektivisch muss sich die Bereitstellung von Flexibilität auch wirtschaftlich lohnen. Daher spielen bei WindNODE auch Fragen nach neuen Marktplätzen für Flexibilität und nach einem neuen Marktdesign eine große Rolle.

Entscheident ist, dass alle Akteure im Energiesystem miteinander komunizieren

WindNODE schafft eine eine digitale Vernetzung durch Informations- und Kommunikationstechnologie - das schafft das Schaufenstesr, weil die Verbraucher flexibel auf die Erzeugung reagieren können.

Ein Supermarkt kühlt seine Ware bei viel Erzeugung stärker als nötig und bleibt dabei auch danach länger auf Soll-Temperatur. Analog passt eine Fabrik seine Produktionsteuerung an die Strompreissignale an. Der Netzbetreiber 50 Hertz kann bei Schwankungen in den Betrieb eingrifen - ein rundes Konzept!

Aktuelles: Ein Beipsielprojekt mit Vorbildcharakter

Am 6.3.2020 nahm der WindNODE-Partner ENERTRAG den Windwärmespeicher im Brandenburger Energiedorf Nechlin in Betrieb. Der Speicher setzt das Prinzip „Nutzen statt Abregeln“ um. Wie der Windwärmespeicher in Nechlin zeigt, kann ungenutzer Strom sinnvoll vor Ort zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Denn die Windenergieanlagen werden besonders häufig im Winter abgeschaltet, wenn die Heizungen in den Häusern am meisten Wärme bereitstellen müssen. Sobald bei starkem Wind die Anlagen bei Nechlin abgeschaltet werden, springen die Heizstäbe im Windwärmespeicher automatisch an.

Förderung und Kontakt

Die Arbeit von WindNODE wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie (SINTEG)“ gefördert. Die Durchführung wird durch den Projektträger Jülich unterstützt. 

Hier kommen Sie auf die umfangreiche Webseite von WindNODE und hier können Sie Ihre Fragen ans Projektteam loswerden!

Über die Autorin

Profilbild zu: Hanna Naoumis

Seit Anfang 2017 arbeite ich als B2B-Marketing Managerin von NEW 4.0 im Cluster EEHH. Ob auf dieser Webseite, bei Twitter, via Xing, auf Fachveranstaltungen und Messen - jeden Tag kann ich über das reden und schreiben, was mich am meisten interessiert: Die Entwicklung von innovativen Lösungen zum Voranbringen der Energiewende, des Klimaschutzes und damit einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft.

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