Buchveröffentlichung: Moderne Zeiten – Strom im Überfluss

von Hanna Naoumis, 
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Ein Buch zum Thema "Blockchain und Energie" von Michael Merz (PONTON GmbH)

Michael Merz, Geschäftsführer der PONTON GmbH, veröffentlicht ein Buch, das die Themen „Blockchain und Energie“ verbindet. Es wird im September erscheinen und die Brücke schlagen zwischen technischen Grundlagen der Blockchain sowie deren Anwendungsmöglichkeiten beim Handel von Energie sowie im Netzmanagement. Darüber hinaus deckt es in verschiedenen Zusammenhängen die Frage ab, wann es sinnvoll ist, „Blockchain“ einzusetzen und wann nicht.

PONTON ist als Softwaredienstleister Teilnehmer bei NEW 4.0. So entwickelt das Unternehmen zum einen die technische Grundlage für die ENKO-Plattform, die durch HanseWerk betrieben werden soll, zum anderen entwickelt PONTON zusammen mit Hamburg Energie die Energieplattform, die es ermöglichen soll, Stromlieferungen nicht nur zu handeln, sondern über entsprechende Fernwirkprotokolle die beteiligten Systeme zu steuern. In beiden Fällen dient die Blockchain-Technologie zur dezentralen Koordination von Marktteilnehmern und Anlagen.

An dieser Stelle erfolgt nun ein Vorabdruck des Prologs aus dem Buch "Moderne Zeiten – Strom im Überfluss" von Michael Merz:

75XBOBBY99-----F wollte gerade eine Abkürzung nach Wacken nehmen, da blockierte ihn plötzlich ein Konvoi anderer RoboCars. Er hatte nicht erwartet, dass sich die vielen RoboCars in Kiel so schnell verbreiteten, dies könnte ihm fast seinen Ladeslot am Morgen vermasseln.

Sieben Monate lag sein ICO bereits zurück und seit vier Monaten fuhr 75XBOBBY99-----F nun fast jeden Tag nach Wacken. Seine Holder haben mit ihm bereits einen guten Schnitt gemacht. Es waren insgesamt 476, manchmal kam einer, manchmal ging einer – aber alles in allem ein recht ruhiger Kreis von Investoren. 75XBOBBY99-----F’s Marktkapitalisierung lag bei 2.365 EnerCoins – für ein siebenmonatiges RoboCar ist das nicht phänomenal, aber ganz OK.

Seinen Owner hatte er am Morgen beim Zahnarzt abgeliefert. Der Termin lag aber um 09:00, so dass 75XBOBBY99-----F aufgrund dieser späteren Zeit eine andere Route nach Wacken gewählt hatte. Trotz der langen Entfernung von Hamburg war Wacken am Morgen der beste Ort zum Laden, denn der Strom dürfte dort den ganzen Tag kostenlos sein. In der Nacht hatte es gestürmt, auch die allerletzte Bleibatterien in der Region waren aufgeladen. Die Gaserzeuger liefen auf Hochtouren und bis Mittag waren noch fünf Windstärken aus Nordwest angesagt.

Einzig diese Kolonne aus Kiel macht ihm einen Strich durch die Rechnung – zu viel Nachfrage ist Gift für die Preise und 75XBOBBY99-----F könnte zudem seinen Slot verpassen! Er nutzte seit ein paar Tagen Ladestationen bei einer Windanlage, etwas außerhalb von Wacken. Heute jedoch musste er spontan einen neuen Ladeslot reservieren, denn der Zahnarzttermin vermasselte ihm seine gesamte Planung. Zum Glück hatte er seinen ursprünglichen für 07:50 intraday mit geringem Verlust an 75XXXXJULIAXXX-S verkaufen können.

Für 75XBOBBY99-----F ist das oberste Ziel, seinen Holdern eine vernünftige Rendite zu erarbeiten. Hierzu gehört auch die Entscheidung bis zur letzten Reserve zu fahren und dabei möglichst viele EnerCoins einzusammeln. Oder eben etwas weiter zu fahren, um bei noch niedrigeren Stromkosten die Batterien aufzuladen. Direktes Anzapfen der Windanlagen bietet den großen Vorteil, dass der Strom zu minimalen Preisen bezogen werden kann – also kein Netznutzungsentgelt, keine Umlagen, nur Mehrwertsteuer auf Bruchteile von EnerCoins pro Kilowattstunde.

Früher mussten die Windanlagen immer abgeschaltet werden, wenn sie zu viel produzierten – „Einspeisemanagement“ nannten sie dies voller Euphemismus. Eigentlich hätte man diese Maßnahme Kapitalvernichtung nennen sollen. Der Strom konnte damals nicht durch die Netze abtransportiert werden, sie waren nicht auf eine dezentrale Stromproduktion ausgelegt. Man hatte lange überlegt, ob die Netze ausgebaut werden sollten, allerdings hätte dies zig Millionen EnerCoins gekostet (damals in der Zeit der Fiat-Währungen waren dies etwa 50 Milliarden Euro). Aber warum stattdessen nicht die Batterien zu den Engpässen bringen, wo auch immer sie auftreten? Insofern schlägt sich jede Änderung der Wetterprognose heute als Änderung des Straßenverkehrs nieder. Die wenigen Menschen, die noch selbst fahren, haben sich daher daran gewöhnt, überall im Stau leere RoboCars um sich zu sehen, wenn sie sich wie eine Lawine morgens aufs Land wälzen. Anfangs hatte man tatsächlich überlegt, Plastikpuppen auf dem Fahrersitz aufzublasen, damit Menschen sich nicht zu verlassen auf den Straßen vorkommen, aber nachdem RoboCars irgendwann auch keine Fahrersitze mehr hatten, wurde die Idee ad acta gelegt.

Inzwischen hatte 75XBOBBY99-----F Wacken rechtszeitig erreicht, er dockte sich an eine Dose an und verweilte hier vier Stunden. Der Strom reichte für über drei Tage und im Laufe des Tages konnte 75XBOBBY99-----F noch ein paar bezahlte Fahrten machen, bis er gegen 18:00 Uhr seinen Owner wieder vom Büro abholte.

Über die Autorin

Profilbild zu: Hanna Naoumis

Seit Anfang 2017 arbeite ich als B2B-Marketing Managerin von NEW 4.0 im Cluster EEHH. Ob auf dieser Webseite, bei Twitter, via Xing, auf Fachveranstaltungen und Messen - jeden Tag kann ich über das reden und schreiben, was mich am meisten interessiert: Die Entwicklung von innovativen Lösungen zum Voranbringen der Energiewende, des Klimaschutzes und damit einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft.

1 Kommentar zu "Buchveröffentlichung: Moderne Zeiten – Strom im Überfluss"

Martin

Das war total lustig! Gruß Martin

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