Abwärme und Flexibilitäten – New Energy Days in Husum mit Fachkongress zu aktuellen Energiewende-Themen

von NEW 4.0 Gastautor, 
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Die Energiewende für den Wärmesektor war einer der Schwerpunkte beim Fachkongress zur Messe New Energy Days in Husum. Beim Vortragsblock „Digitalisierung der Energiewende“ ging es unter anderem um die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren.

Axel Wiese, Projektleiter EE.SH, beim Workshop "Digitalisierung der Energiewende"

Die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien EE.SH hatte diesen Workshop zusammen mit dem Cluster Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH) und dem Interreg-Projekt Furgy CLEAN Innovation organisiert.

Rechenzentren und erneuerbare Energien

Der Bedarf an Rechenzentren steigt, und es handelt sich um sehr energieintensive Unternehmen. Sie mit 100 % erneuerbaren Energien zu versorgen ist jedoch besonders in Deutschland wegen der komplizierten Rechtslage für die Direktabnahme und Speicherung von Strom zurzeit kaum möglich. Dänemark dagegen hat erfolgreich große Internet-Firmen ins Land geholt und baut extra für diese neuen Verbrauch er große Solarfarmen, wie ein Vertreter der Kommune Aabenraa berichtete.

Immerhin steckt in der Nutzung der Abwärme eine Möglichkeit, die Energieeffizienz von Rechenzentren zu erhöhen. Thomas Tauer von der akquinet AG stellte das Beispiel eines unterirdisch angelegten Rechenzentrums in Hamburg vor, mit dessen Abwärme die darüber liegende Turnhalle beheizt wird. Karl Rabe von der Firma Windcloud 4.0 plant auf dem GreenTEC Campus in Nordfriesland, eine Algenfarm mit der Abwärme eines Rechenzentrums zu betreiben.

Handel mit Flexibilitäten

Der Handel mit Flexibilitäten im Strommarkt war Thema im zweiten Teil der Veranstaltung „Digitalisierung der Energiewende“. Künstliche Intelligenz macht es möglich, den voraussichtlichen Stromverbrauch eines Tages relativ genau zu prognostizieren und Stromabnehmer zu finden, die überschüssigen Strom aufnehmen und nutzen können, bevor Stromerzeuger abgeregelt werden müssen. Auf diese Weise funktioniert seit Januar 2019 die ENKO-Plattform, betrieben von der Schleswig-Holstein Netz AG und dem Unternehmen ARGE Netz. Diese Handelsplattform für Flexibilitäten gehört zum großen Forschungsprojekt NEW 4.0.

 

Über Sina Clorius

Profilbild zu: Sina Clorius

Seit 2012 arbeite ich in der Öffentlichkeitsarbeit für Erneuerbare-Energie-Projekte der Wirtschaftsförderung Nordfriesland. Zunächst lag der Fokus auf Windenergie, doch bald wurde klar, dass die Energiewende nur durch flexible und intelligente Verknüpfung der unterschiedlichen Energieerzeuger mit Verbrauchern gelingen kann. Aus dem Projekt Windcomm wurde deshalb EE.SH.

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